NEU²

new drugs
against
neurological diseases

 
 

NEU² Pressemitteilung

inims/NEU²: Entwicklung neuartiger Bildgebungsverfahren zur Früherkennung neurodegenerativer Prozesse bei MS-Patienten

Hamburg, Deutschland – November 2012: Das Institut für Neurophysiologie und Pathophysiologie und das Institut für Neuroimmunologie und Klinische Multiple-Sklerose-Forschung (inims) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) geben den Start eines Projektes zur klinischen Entwicklung von Bildgebungs-Markern zur Früherkennung neurodegenerativer Prozesse (NEUCONN) in Zusammenarbeit mit dem Konsortialverbund »NEU²« bekannt. Das Projekt wird im Rahmen der BioPharma Initiative vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Um neurodegenerative Prozesse im Zentralnervensystem frühzeitig zu erkennen, stehen bisher keine hochempfindlichen Messmethoden und Marker zur Verfügung. Dieses stellt für die effiziente klinische Entwicklung neuer, potenziell neuroprotektiver Wirkstoffe für Multiple Sklerose (MS) und andere neurologische Erkrankungen ein wesentliches Hindernis dar.

Basierend auf dem neurophysiologischen Verfahren der Magnetenzephalographie (MEG) sowie der funktionellen Magnetresonanztomografie (fMRT) sollen bei MS-Patienten im Rahmen des NEUCONN Projektes neue Marker für neurodegenerative Prozesse entwickelt und deren Korrelation mit der Hirnleistungsfähigkeit der Patienten aufgezeigt werden. Hierbei sollen Veränderungen in der Kommunikation zwischen verschiedenen Hirnarealen im Vordergrund stehen. Das zeitlich hochaufgelöste MEG-Verfahren ist für diese Fragestellung besonders geeignet, da sich Veränderungen in diesen Kommunikationsprozessen hiermit sehr gut nachweisen lassen.

Das NEUCONN-Projekt beinhaltet außerdem eine Sport-Studie für MS-Patienten, bei der die in Voruntersuchungen gezeigte Verbesserung kognitiver Leistungen nach einem spezifischen Sporttrainingsprogramm auf physiologischer und molekularer Ebene besser verstanden werden sollen. Hierbei dienen die MEG-fMRT-Marker dazu, längsschnittlich degenerative und vor allem regenerative (Reparatur-) Prozesse in Netzwerken der Hirnrinde aufzuzeigen. Es könnte damit gelingen, klinisch relevante Veränderungen im Bereich motorischer und kognitiver Funktion vorherzusagen.

Ein wesentliches Ziel des NEUCONN-Projektes ist, die Überlegenheit dieses neuen Netzwerk-orientierten Ansatzes gegenüber konventionellen Markern in einem Leistungsvergleich zu belegen.

Prof. Dr. Andreas Engel, Direktor des Institutes für Neurophysiologie und Pathophysiologie (UKE): »Wir versprechen uns von diesen MEG-Untersuchungen nicht nur hochsensitive Messungen degenerativer und auch regenerativer Prozesse im Gehirn sondern auch grundlegende Informationen über die zugrunde liegenden Mechanismen der neuronalen Kommunikation.«

Prof. Dr. Christoph Heesen, Leiter der MS Tagesklinik (UKE): »Die zur Zeit verfügbaren medikamentösen Therapien der MS haben nur eine geringe Wirkung auf kognitive Störungen. Unsere Vorergebnisse weisen darauf hin, dass sich die kognitiven Fähigkeiten von MS Patienten durch ein spezielles Sporttraining verbessern lassen. Durch eine genaue Untersuchung der beteiligten biologischen Mechanismen kann das NEUCONN Projekt im Erfolgsfall einen essentiellen Beitrag zur Beschleunigung der Entwicklung neuer Wirkstoffe leisten, zunächst für den Bereich MS, aber künftig auch für andere neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer Demenz oder Parkinson.«

Dr. Stefan Gold (Zentrum für Molekulare Neurobiologie, ZMNH): »Von der NEUCONN-Studie erhoffen wir uns neue Erkenntnisse zu ›Reparaturmechanismen‹ im Gehirn. Das Projekt könnte mit Hilfe einer gezielten Biomarker-Analyse neue molekulare Zielstrukturen für pharmakologische Therapieansätze aufzeigen.«

NEU² Sprecher Dr. Timm-H. Jessen, Geschäftsführer der Bionamics GmbH: »Die effizientere und schnellere Testung neuer Substanzen unter Verwendung solcher Imaging-Marker und die evidenz-basierte Auswahl erfolgversprechender Wirkstoffe in den frühen klinischen Entwicklungsphasen wird sich sehr positiv auf die Dauer, den Umfang und die Zielsetzung von klinischen Studien auswirken und die wirtschaftlichen Erfolgsaussichten deutlich verbessern.«

Über das inims

Das mit Hilfe der Hertie-Stiftung 2006 am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und dem Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg (ZMNH) gegründete »Institut für Neuroimmunologie und Klinische Multiple-Sklerose-Forschung« (inims) ist gekennzeichnet durch die enge Vernetzung von krankheitsbezogener neuroimmunologischer Grundlagenforschung, klinischer Forschung und einer klinischen Multiple-Sklerose-Einheit (MS-Ambulanz und Tagesklinik), die der neurologischen Klinik des UKE angegliedert ist. Besondere Forschungsschwerpunkte am inims sind Untersuchungen zur Pathogenese und die Entwicklung neuer Therapien der Multiplen Sklerose (MS). Das inims ist zentraler akademischer Partner des NEU2-Konsortiums.

Über das Institut für Neurophysiologie

Das Institut für Neurophysiologie und Pathophysiologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wird seit 2002 von Prof. Dr. A. Engel geleitet. Der Forschungsschwerpunkt des Instituts liegt in der Untersuchung der dynamischen Kopplung neuronaler Signale zwischen verschiedenen Hirnbereichen. Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung werden eng mit der Erforschung neuropsychiatrischer Erkrankungen verknüpft. Untersuchungsgegenstand sind hier vor allem Krankheitsbilder, die mit einer Veränderung großer Netzwerke im Gehirn einhergehen wie Multiple Sklerose, Morbus Parkinson, Autismus oder Schizophrenie.

Über das NEU²-Konsortium

Das NEU²-Konsortium, zu dem unter anderem das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, die Merck KGaA, die Biotest AG, die Evotec AG, der European ScreeningPort sowie die Bionamics GmbH zählen, gehört zu den drei Gewinnern des bundesweiten BioPharma-Wettbewerbs des BMBF. Das Konsortium strebt an, neue Medikamente, Behandlungsmethoden und diagnostische Konzepte zur Behandlung von Multipler Sklerose und anderen neurodegenerativen Erkrankungen zu entwickeln. Das NEU²- Konsortium wird von der Bionamics GmbH, Gründerin von NEU² und unabhängig agierendes Projektmanagement - Unternehmen, koordiniert.

Kontakt:

Dr. Timm-H. Jessen
Bionamics GmbH
Gottorfstr. 3
24837 Schleswig
Tel: +49 4621 9787376
E-Mail: jessen@bionamics.de
www.neu-quadrat.de; www.bionamics.de

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