NEU²

new drugs
against
neurological diseases

 
 

NEU² Pressemitteilung

inims/NEU²: Eskalationsstudie bei MS-Patienten mit Cortison-resistenter Optikusneuritis

Hamburg, Deutschland – November 2012: Das Institut für Neuroimmunologie und Klinische Multiple-Sklerose-Forschung (inims) des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) gibt in Zusammenarbeit mit der Klinik für Neurologie und der Augenklinik (UKE) den Start einer Studie (RESCON) an Multiple Sklerose (MS) Patienten mit schweren Entzündungen des Sehnerven (Optikusneuritis) bekannt. Bei dieser multizentrischen Studie soll die Effektivität der Plasmapherese (Blutwäsche) als Eskalationstherapie (Erweiterung der Immuntherapie) bei MS-Patienten gezeigt werden, deren Sehnerven-Entzündung nicht auf eine Behandlung mit Steroiden (Cortison) anspricht. Das Projekt wird im Verbund mit dem Konsortium »NEU²« durchgeführt und im Rahmen der BioPharma Initiative vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Die Plasmapherese ist eine auch bei anderen Autoimmunerkrankungen bewährte Methode, bei der mit Hilfe eines speziellen Gerätes das Blutplasma des Patienten von schädigenden Antikörpern oder anderen löslichen Stoffen gereinigt wird. Die Plasmapherese wird bei MS bereits als Eskalationstherapie sowohl in Kombination mit der Gabe von hochdosierten Steroiden eingesetzt, als auch speziell dann angewandt, wenn diese nicht wirksam sind. Nun soll mit der RESCON-Studie die Wirksamkeit dieser Therapiemethode erstmals an einem größeren Patientenkollektiv und mit hochspezifischen bildgebenden Verfahren überprüft werden.

Zu diesen modernen Bildgebungsinstrumenten gehört neben der Magnetresonanztomographie (MRT) vor allem die sog. optische Kohärenztomographie (OCT), die es erlaubt, degenerative Prozesse des Sehnervens (Neurodegeneration) mit hoher Auflösung und nicht-invasiv zu vermessen. Hierbei konnte bereits gezeigt werden, dass die Dicke der Nervenfaserschicht in der Netzhaut bei MS-Patienten mit Optikusneuritis vermindert ist, und dass das Ausmaß dieser Verminderung direkt mit der Beeinträchtigung der Sehleistung korreliert. Im Rahmen dieses Projektes sollen anhand von Optikusneuritiden mit dem OCT neue Messparameter für Neurodegeneration und -regeneration im visuellen System ermittelt und mit bislang vorhandenen verglichen werden. Zusammen mit spezifischen MRT-Verfahren, die es erlauben, neben entzündlichen auch neurodegenerative Prozesse im Gehirn bei MS-Patienten spezifisch zu erfassen, erleichtern diese modernen Bildgebungsinstrumente für Neurodegeneration in Zukunft auch die klinische Anwendung bei anderen neurodegenerativen Erkrankungen (u.a. Alzheimer Demenz, Parkinson etc.)

Prof. Dr. Christoph Heesen, Leiter der MS Tagesklinik des UKE’s: »Die Sehkraft ist von größter Bedeutung für unsere Patienten und verlangt von der medizinischen Versorgung, jede Anstrengung zu unternehmen, um diese zu erhalten oder wiederherzustellen.
Das langfristige Ziel dieser Studie ist, unter Anwendung unseres MRT Klassifizierungs-Systems eindeutige Vorhersagen treffen zu können, ob ein Patient, der auf die Gabe von Steroiden nicht anspricht, von einer Plasmapherese profitieren wird. Daher werden alle Patienten, die in diese Studie eingeschlossen werden, mit Hilfe einer spezifischen, am inims entwickelten Messmethode analysiert, um die vielfältige Ausprägung des Krankheitsbildes zu erfassen und mit anderen Kohorten zu vergleichen. Zusätzlich werden wir versuchen, neue Marker für die neuronalen Schädigungen des Sehnerven zu finden.«

NEU² Sprecher Dr. Timm-H. Jessen, Geschäftsführer der Bionamics GmbH: »Im Erfolgsfall kann dieses Projekt einen essentiellen Beitrag zur Beschleunigung von Entwicklungsprozessen neuer Behandlungsmethoden leisten, zunächst für den Bereich optische Neuritis und MS, aber künftig auch für andere neurodegenerative Erkrankungen (u.a. Alzheimer Demenz, Parkinson).«

Über das inims

Das mit Hilfe der Hertie-Stiftung 2006 am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) und dem Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg (ZMNH) gegründete »Institut für Neuroimmunologie und Klinische Multiple-Sklerose-Forschung« (inims) ist gekennzeichnet durch die enge Vernetzung von krankheitsbezogener neuroimmunologischer Grundlagenforschung, klinischer Forschung und einer klinischen Multiple-Sklerose-Einheit (MS-Ambulanz und Tagesklinik), die der neurologischen Klinik des UKE angegliedert ist. Besondere Forschungsschwerpunkte am inims sind Untersuchungen zur Pathogenese und die Entwicklung neuer Therapien der Multiplen Sklerose (MS). Das inims ist zentraler akademischer Partner des NEU2-Konsortiums.

Über das NEU²-Konsortium

Das NEU²-Konsortium, zu dem unter anderem das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, die Merck KGaA, die Biotest AG, die Evotec AG, der European ScreeningPort sowie die Bionamics GmbH zählen, gehört zu den drei Gewinnern des bundesweiten BioPharma-Wettbewerbs des BMBF. Das siegreiche Konsortium strebt an, neue Medikamente, Behandlungsmethoden und diagnostische Konzepte zur Behandlung von Multipler Sklerose und anderen neurodegenerativen Erkrankungen zu entwickeln. Das NEU²-Konsortium wird von der Bionamics GmbH, Gründerin von NEU² und unabhängig agierendes Projektmanagement-Unternehmen, koordiniert.

Contact:

Dr. Timm-H. Jessen
Bionamics GmbH
Gottorfstr. 3
24837 Schleswig
Tel: +49 4621 9787376
E-Mail: jessen@bionamics.de
www.neu-quadrat.de; www.bionamics.de

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